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DVD

19 Heldenplatz

Thomas Bernhard

€19.99

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  • 2011818
Edition Burgtheater 19 Das Theaterstück spielt nach dem Tod von Josef Schuster, einem Professor... more
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Edition Burgtheater 19

Das Theaterstück spielt nach dem Tod von Josef Schuster, einem Professor für Mathematik an der Universität Wien. Dieser beging (laut Zeitangabe im Drama) im März 1988 Selbstmord, indem er sich aus dem Fenster seiner Wiener Wohnung, die direkt am Heldenplatz liegt, stürzte.

In den Szenen des Theaterstücks beschäftigen sich die Hauptfiguren einerseits mit dem Charakter Josef Schusters und andererseits mit ihrer eigenen Lebenssituation. Im Mittelpunkt stehen dabei die monologartigen Reflexionen von Robert Schuster, dem Bruder des Verstorbenen.

Erste Szene
Die erste Szene spielt in der Wohnung des Professors, eine Wohnung in der Wiener Innenstadt mit Blick auf den Heldenplatz. Am Anfang steht ein Zwiegespräch zwischen Herta und Frau Zittel. Frau Zittel ist die alteingesessene Haushälterin im Hause Schuster und Herta ein junges Hausmädchen. Sie unterhalten sich über den Professor und dessen Selbstmord. Dieser hatte eine freundschaftliche Beziehung zu Frau Zittel, was eine Besonderheit des Professors darstellt, da er im Allgemeinen ein Menschenhasser war. Es wird zunächst die tragische Geschichte des Professors erzählt, der nach Oxford zurückwollte, wo er während des Krieges einen Lehrstuhl inne hatte. Jedoch ist es nie dazu gekommen, da sich der Professor das Leben genommen hat. Deshalb soll wahrscheinlich alles Hab und Gut in den Provinzort Neuhaus (Gemeinde Weissenbach an der Triesting) gehen, wo der Bruder des Verstorbenen wohnt. Die Frau des Professors soll dort hinziehen, da sie in Wien unter Halluzinationen leidet. Sie hört immer noch die Massen vom Heldenplatz schreien, die 1938 beim Einzug Hitlers auf dem Heldenplatz schrieen. Während die Geschichte erzählt wird, kann man auch die Grundzüge des Charakters Schusters erkennen. Er ist ein von der Welt unverstandener Geistesmensch gewesen, der davon überzeugt gewesen ist, dass Österreich noch immer tief mit dem Nationalsozialismus verbunden ist und der katholische Stumpfsinn die Menschen regiert. Der Professor ist ein schwieriger und autoritärer Mensch gewesen, der zum Beispiel Blumen in der Wohnung verboten hat und Frau Zittel genau vorgegeben hat, wie sie die Sporthemden zu legen hat.

Zweite Szene
Im Volksgarten treffen nach der Beerdigung die nächsten Verwandten des Verstorbenen aufeinander. Anna und Olga, die Töchter des Professors, klären, warum der Professor nicht nach Oxford gekonnt hat und warum es ihm unmöglich gewesen ist in dieser Welt zu existieren. Nun tritt Professor Robert Schuster, der Bruder von Josef Schuster und Onkel von Anna und Olga, auf. Er hat es schon längst aufgegeben gegen die Welt aufzubegehren. Er meint, alles sei in diesen Tagen noch schlimmer als 1938. In Österreich müsse man entweder nationalsozialistisch oder katholisch sein, alles andere werde nicht geduldet. Professor Robert besucht regelmäßig Konzerte im Musikverein, aber das letzte gute Konzert hat er vor 20 Jahren gehört. Er versucht nicht einmal gegen Ungerechtigkeiten anzugehen. So soll eine Straße durch den Garten seines Hauses gebaut werden, doch Professor Robert findet es nicht der Mühe wert einen Protestbrief aufzusetzen. Die Unterschiede zwischen Professor Robert und Professor Josef werden deutlich. Professor Robert will sein Leben genießen und setzt deshalb Scheuklappen auf, obwohl er sieht, was auf der Welt und in seiner Umgebung geschieht. Seine Nichte Anna versucht, gegen seine Attitüde anzugehen, Olga ähnelt ihm vom Gemütszustand her.

Dritte Szene
Die dritte Szene spielt erneut im Speisezimmer mit Blick auf den Heldenplatz. Alle Gäste der Beerdigung, neben der Familie des Professors noch zwei jüdische Professorenehepaare, treffen zusammen. Im Vorgespräch wird noch auf Frau Schuster und ihren Sohn Lukas gewartet. Die Missstände in Wien werden angeprangert und verurteilt; Wien hat den Professor Josef auf dem Gewissen. Man unterhält sich über Frau Zittel und ihre Freundschaft zu Professor Josef. Zum ersten Mal tritt die Frau des Professors auf. Sie beginnt wieder von draußen das „Sieg Heil“-Geschrei der Massen zu hören, das vor fünfzig Jahren am Heldenplatz ertönte. Jeder isst Suppe, es gibt keinen großen Leichenschmaus. Das imaginäre „Sieg Heil“-Geschrei wird immer lauter, und schwillt schließlich ins Unerträgliche an. Das Stück endet damit, dass Frau Schuster mit dem Gesicht voraus auf die Tischplatte fällt. Alle schauen erschrocken.

Eine Aufzeichnung aus dem Jahr 1989

Inszenierung:
Claus Peymann

Mit:
Therese Affolter, Kirsten Dene, Marianne Hoppe, Elisabeth Rath, Anneliese Römer, Bibiana Zeller, Detlev Eckstein, Wolfgang Gasser, Frank Hoffmann, Martin Schwab

 

DVD
Sprache: Deutsch
Laufzeit: 195 Minuten
Bildformat: 4:3
Audioformat: Dolby Digital 2.0

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